Introduction to Modern Germany

From Unification to Unification

 

GERM1060

 

 

Semester 2 - Seminar Three

 

 

 

Alltag and Ideology – Life in the GDR

The GDR 1949-1989

 

 

 

 

 

 

 

 

Flagge der DDR


Gruppe 1

Schauen Sie sich die folgenden Bilder vom Alltag in der DDR an und schreiben Sie einen Aufsatz zum Leben im sozialistischen Staat! (75 Wörter).

 

Verkleinert Bild 20

 

 

bild27 13.August 61  Elsenstrasse 2

 

 

 

Milch trinkende Mädchen

 

Tag des Lehrers

 

 

Gruppe 2

 

Unten finden Sie drei ‚offizielle’ Lieder der DDR. Lesen Sie alle drei und analysieren die Rolle der Ideologie in einem!

 

 
1. NATIONALHYMNE DER DDR (1949)
Komposition: Hanns Eisler
Text: Johannes R. Becher
 
Auferstanden aus Ruinen,
Und der Zukunft zugewandt,
Laßt uns dir zum Guten dienen,
Deutschland einig Vaterland!
Alle Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muß uns doch gelingen,
Daß die Sonne schön wie nie,
Über Deutschland scheint.
 
Glück und Frieden sei beschieden
Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
Reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
Schlagen wird des Volkes Feind,
Laßt das Licht des Friedens scheinen,
Daß nie eine Mutter mehr
Ihren Sohn beweint.
 
Laßt uns pflügen, laßt uns bauen,
Lernt und schafft wie nie zuvor,
Und der eignen Kraft vertrauend,
Steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben,
Unsres Volks in dir vereint,
Wirst du Deutschland neues Leben,
Und die Sonne schön wie nie
Über Deutschland scheint.

2. JUGEND ERWACH (BAU AUF)

Jugend erwach, erhebe Dich jetzt,
die grausame Nacht hat ein End.
Und die Sonne schickt wieder
Die Strahlen hernieder
vom blauen Himmelsgezelt.
Die Lerche singt frohe Lieder ins Tal,
das Bächlein ermuntert uns all.
Und der Bauer bestellt
Wieder Acker und Feld,
bald blüht es allüberall.

:Bau auf, bau auf, bau auf bau auf,
Freie Deutsche Jugend, bau auf !
Für eine bessere Zukunft
Richten wir die Heimat auf!:

Allüberall der Hammer ertönt,
die werkende Hand zu uns spricht:
Deutsche Jugend , pack an,
brich Dir selber die Bahn,
für Frieden Freiheit und Recht.
Kein Zwang und kein Drill, der eigene Will`
bestimme dein Leben fortan.
Blicke frei in das Licht,
das dir niemals gebricht!
Deutsche Jugend steh Deinen Mann!

:Bau auf, bau auf, bau auf bau auf,
Freie Deutsche Jugend, bau auf !
Für eine bessere Zukunft
Richten wir die Heimat auf!:

3. LIED DER PARTEI (Die Partei hat immer recht) (1950)
Komposition und Text: Louis Fürnberg
 
Sie hat uns alles gegeben,
Sonne und Wind und sie geizte nie.
Wo sie war, war das Leben,
Was wir sind, sind wir durch sie.
Sie hat uns niemals verlassen,
Fror auch die Welt, uns war warm.
Uns schützt die Mutter der Massen,
Uns trägt ihr mächtiger Arm.
Die Partei, die Partei,
Die hat immer recht
Und Genossen es bleibe dabei,
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer das Leben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht,
Wer die Menschen verteidigt,
Hat immer recht.
So aus Lenin'schem Geist
Wächst von Stalin geschweißt
Die Partei, die Partei, die Partei.
Sie hat uns niemals geschmeichelt.
Sank uns im Kampfe auch mal der Mut,
Hat sie uns leis nur gestreichelt:
"Zagt nicht!" und gleich war uns gut.
Zählt denn noch Schmerz und Beschwerde,
Wenn uns das Gute gelingt,
Wenn man den Ärmsten der Erde,
Freiheit und Frieden erzwingt?
Sie hat uns alles gegeben,
Ziegel zum Bau und den großen Plan.
Sie sprach: "Meistert das Leben,
Vorwärts Genossen, packt an."
Hetzen Hyänen zum Kriege,
Bricht euer Bau ihre Macht.
Zimmert das Haus und die Wiege,
Bauleute, seid auf der Wacht!

 

 

 


Gruppe 3

 

Eine Frau erinnert sich an die Zeit nach dem Krieg und an den Bau der Berliner Mauer. Welche Auswirkungen hatten die Aufteilung Berlins in vier Besatzungszonen nach 1945 und der Mauerbau im Jahre 1961 auf ihr alltägliches Leben? Wie beschreibt sie den Mauerbau selbst und die Zeit danach?

 

Erinnerungen an den 13. August 1961

 

Ich bin 1923 in Berlin im Hause Kieler Straße Nr. 18, in dem meine Eltern wohnten, geboren und verließ erst nach meiner Heirat 1957 die elterliche Wohnung, um mit meinem Mann in das Haus Nr. 3 der Kieler Straße zu ziehen.

Zur Lage und Geschichte dieser Straße: Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs bestand die Kieler Straße aus über 20 Gebäuden (vorwiegend Mietwohnhäuser), von denen der Krieg durch Bombenabwurf und Artilleriebeschuß zwei Wohnhausruinen übrig gelassen hatte, eben Nr. 18 (mit 5 Mietsparteien, u.a. meine Eltern und ich) und die in der Carree-Ecke gelegene Ruine Nr. 3.

Die nach Beendigung des Krieges durch die alliierten Siegermächte Aufteilung Berlins in vier Besatzungssektoren führte dazu, daß die Kieler Straße von nun an zu Berlin-Mitte (sowjetischer Sektor) und nicht mehr zum Wedding (französischer Sektor) gehörte. Ich fühlte mich jedoch eher dem Bezirk Wedding als dem Bezirk Mitte zugehörig. Alle meine Schulfreundinnen waren Weddingerinnen, auch wurde ich in der Weddinger Dankeskirche eingesegnet.

Am 13. August 1961, einem Sonntag, hörten mein Mann und ich am frühen Morgen die Nachricht im Radio, daß die in der sowjetischen Besatzungszone und im sowjetischen Sektor Berlins regierende kommunistische Partei (SED) die von den Westalliierten besetzten Gebiete Deutschlands und Sektoren von Berlin durch einen sogenannten "antifaschistischen Schutzwall" getrennt hat.

Da wurde uns klar, daß in unserer Nähe über Nacht irgendwelche Grenzmarkierungen zu sehen sein müßten, aber wir sahen bei unserem einzigen auf den Spandauer Schifffahrtskanal, der schon immer als natürliche Grenze zu den Bezirken Tiergarten (britisch besetzter Sektor) und Wedding galt, keine zusätzlichen Grenzbefestigungen. Also liefen wir zu meinen Eltern.

Aufgeregt weckte sie meinen Vater. Meine Eltern stellten dann auch das Radio an und erfuhren in den Nachrichten, was geschehen war. Besonders wir, die dieses Ereignis hautnah erlebt hatten, aber auch alle Menschen in Deutschland und wohl auf der ganzen Welt waren erstaunt darüber, wie diese von der SED-Regierung über Nacht erstellte Grenze, an deren Vorbereitung doch so viele Menschen beteiligt gewesen sein mußten, so geheimgehalten werden konnte.

Am Nachmittag klingelte es bei meinen Eltern an der Wohnungstür. Davor stand der Mann der kürzlich verstorbenen Freundin meiner Mutter. Vor einiger Zeit war er mit seiner Frau von Köthen/Anhalt (sowjetische Besatzungszone) wieder zurück nach Berlin-Tempelhof (amerikanisch besetzter Bezirk) gezogen. Aus Neugierde hatte er sich auf den Weg zu meinen Eltern gemacht und war auch ungehindert zu ihnen gelangt. Aus Angst, daß er auf seinem Rückweg doch vielleicht festgehalten werden könnte, blieb er nicht lange.

Mein Mann begleitete ihn, um auszuprobieren, wie weit er als Ostsektorenbewohner kommen würde. Erstaunlicherweise gelangte er mit unserem Bekannten ebenfalls unbehelligt auf die westliche Seite der Boyenstraße. In diesem Moment wurde meinem Mann bewußt, daß dies die letzte Chance war, in Westberlin zu bleiben. Weil ich aber unser erstes Kind erwartete (im 5. Monat schwanger) und ich nicht bei ihm war, kam er - auch ungehindert - wieder zurück und blieb Bürger des Ostsektors bzw. der Deutschen Demokratischen Republik.

Nach dem 13.08.1961 wurden die "Spanischen Reiter" sehr schnell durch eine bewachte undurchlässige Befestigungsanlage (Betonmauer) ersetzt, durch die es, ohne in Lebensgefahr zu geraten, kein Durchkommen weder von Ost- nach Westberlin noch umgekehrt gab. Nach dem Mauerbau wurden die Straßen, die sich östlicherseits entlang der Mauer befanden, zum Grenzgebiet erklärt. Das hieß: die Bewohner (also auch die der Kieler Straße) durften Besucher aus den sowjetisch besetzten Berlin-Sektoren und DDR-Gebieten nur mit polizeilicher Genehmigung empfangen, sie waren also noch doppelt bestraft.

Ende 1962 mußten die Wohnungen der letzten 5 Mietparteien von der Kieler Straße 18, also auch die meiner Eltern, innerhalb von fünf Tagen geräumt werden, weil das Haus angeblich ein gutes Beobachtungsobjekt für die westliche Seite war. Die Mieter mußten sich für eine der ihnen vom Bezirksamt angebotenen Wohnung entscheiden; meine Eltern bezogen eine in Lichtenberg. Nach der Räumung der Hausruine diente sie der Grenzbewachung noch einige Zeit als Beobachtungsstand, wurde dann aber gesprengt.

Das große, nun unbebaute Gelände wurde nach dem Mauerfall 1989 ein Hubschrauberlandeplatz für das Bundeswehrkrankenhaus in der Scharnhorststraße (zu DDR-Zeiten Krankenhaus der Volkspolizei).

1965 verließen auch mein Mann, unser Kind und ich unsere Wohnung im Hinterhaus der Kieler Straße 3 (die letzte Hausruine dieser Straße, die bis heute bewohnt geblieben ist und als denkmalgeschützt anerkannt inzwischen saniert wurde) und zogen nach Köpenick.

Gruppe 4

Lesen Sie den folgenden Artikel und beschreiben Sie die Rolle der Stasi in der DDR! (75 Wörter).

 

Das Ministerium für Staatssicherheit (‘Stasi’ oder MfS) war das wichtigste innenpolitische Repressionsinstrument der SED. Das MfS wird am 8. Februar 1950 gegründet. Die Leitung des Ministeriums übernimmt Wilhelm Zaisser, sein Stellvertreter ist Erich Mielke. Der Aufbau des MfS erfolgt unter der Anleitung sowjetischer Offiziere nach dem Vorbild der sowjetischen Geheimpolizei. Die Aufgaben des MfS werden nie klar definiert. Es ist keinen gesetzlichen Beschränkungen unterworfen. Seit der Gründung wächst die Zahl der Mitarbeiter ständig. Im Oktober 1989 sind es 91.000. Nahezu alle Mitarbeiter des MfS sind SED-Mitglieder.

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 stürzt das MfS in eine schwere Krise. Weil es ihm nicht gelungen war, den Aufstand im Keim zu ersticken, wird Minister Zaisser seines Amtes enthoben und aus der SED ausgeschlossen. Das MfS wird vorübergehend sogar aufgelöst und dem Innenministerium unterstellt. Nachfolger von Wilhelm Zaisser wird Ernst Wollweber, der aber schon 1957 durch Mielke ersetzt wird. Nach dem Sturz Walter Ulbrichts 1971 steigt Mielke in den engsten Führungskreis des SED-Regimes auf.

Zentrale Aufgaben des MfS in den 50er Jahren sind der Kampf gegen die Republikflucht und das Vorantreiben der Kollektivierung der Landwirtschaft. Nach dem Mauerbau werden die Überwachung des Reiseverkehrs und die Paßkontrolle vom MfS übernommen. Aufgrund der Zunahme der Verbindungen der DDR zum Westen in den 70er Jahren wird der Kontroll- und Unterdrückungsapparat ausgebaut. Die Kontakte von DDR-Bürgern mit dem Westen werden nun verstärkt überwacht. Das Netz der inoffiziellen Mitarbeiter (IM) wird erheblich ausgebaut. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre liegt die Zahl der IM bei 180.000.

Zu Beginn der 80er Jahre gibt es kaum einen Bereich des gesellschaftlichen Lebens in der DDR, den die "Stasi" nicht in der einen oder anderen Weise überwacht. Bei Fluchthelfern und "Überläufern" aus den eigenen Reihen schreckt das MfS auch vor Entführung und Mord nicht zurück. Zuletzt kommt auf 62 Einwohner der DDR ein MfS-Mitarbeiter.

Trotzdem gelingt es dem MfS in den späten 80er Jahren nicht, die Gründung von Oppositionsgruppen zu verhindern. Am 7. November 1989 muß Erich Mielke zurücktreten. Nach der Besetzung von Bezirksdienststellen des MfS im Dezember 1989, um die weitere Vernichtung der Akten zu verhindern, ergeht am 14. Dezember 1989 die Anordnung zu seiner Auflösung.